Neues aus dem Rathaus
Klima-Spartipp des Monats Oktober: Die goldene Ausgabe
Wäre der Spartipp ein altes Ehepaar, so würde er mit dieser Ausgabe seine goldene Hochzeit feiern, denn dies ist die 50. und zugleich auch letzte Ausgabe. Wäre der Spartipp hingegen ein britischer Geheimagent, so wären hier dieses Mal wohl eher goldene Augen oder goldene Finger im Spiel. Ein bisschen Glamour, Glitzer, Gold und Lametta kann daher im goldenen Herbst und zum goldenen Abschluss sicher nicht schaden. Statt einer Wiederholung wie zur 25. Ausgabe gibt es zum Finale neue Tipps, welche es in der Vergangenheit nicht oder nur als schmückendes Beiwerk in den Spartipp geschafft hatten. Die „chlorreichen“ sieben Tipps sind es zwar nicht, da diese nicht in einem gechlorten Bad verfasst wurden, aber vielleicht sind es ja die goldenen sieben Tipps? Doch nun sind genug der ausschmückenden Worte geschrieben, lasset die Ratschläge beginnen.
Zuerst geht es um das Thema Müll. Dabei gilt die Binsenweisheit: Der beste Abfall ist der Müll, der erst gar nicht entsteht. Wenn vollständig auf die Verpackung von Waren verzichtet werden kann, ist dies quasi immer die Antimüllmaßnahme Nummer eins – denn ohne Verpackung gibt es auch keinen Müll. Oftmals benötigt es aber gerade bei verderblichen Waren eine schützende Hülle, quasi einen Kokon für Lebensmittel. Dabei wird zunehmend darauf geachtet, dass diese Verpackungen größtenteils oder vollständig aus Papier bestehen und damit deutlich weniger Kunststoff benötigt wird. Trotzdem wird noch immer viel Abfall produziert, weshalb wir alle mit unserem Einkaufsverhalten dazu beitragen können, dass künftig weniger Verpackungsmüll entsteht. Ein bedeutender Grundsatz zur erfolgreichen Müllvermeidung lautet dabei: Mehrweg ist besser als Einweg. Denn bei Verpackungen vermeidet Mehrweg Abfall, schont die Ressourcen und schützt das Klima. All das gilt insbesondere dann, wenn ein kurzlebiges Einwegprodukt durch eine Mehrwegalternative ersetzt werden kann. Beim Thema Essen gibt es Mehrweg übrigens bereits seit unzähligen Generationen, schließlich sind Brot-, Vesper- und andere Essensboxen schon ein alter Hut.
Dieser Grundsatz gilt sogar dann, wenn Kunststoff für Mehrwegverpackungen verwendet wird. So kann eine Brotbox aus Kunststoff jahrelang im Einsatz sein und ist damit deutlich nachhaltiger als eine Einwegverpackung. Denn Einweg bleibt Einweg, meist verbunden mit einem hohen Ressourceneinsatz für einen kurzen Gebrauch. Dass Mehrweg oft besser ist als Einweg, gilt auch in anderen Situationen. Hierzu ein Tipp für den nächsten Trip. Wer unterwegs ist, kann ganz einfach Leitungswasser in der eigenen Trinkflasche mitnehmen. Vielerorts gibt es mittlerweile zudem die Möglichkeit, leere Flaschen wieder an Trinkbrunnen aufzufüllen. Damit kann auf den Kauf von Einwegflaschen verzichtet werden. Dabei gilt: Ist die Flasche einmal leer, hilft ein Trinkbrunnen zum Auffüllen schon sehr.
Neben Verpackungen und Energie lässt sich beim Müll auch Wasser sparen, denn oftmals werden leere, noch verschmutzte Joghurtbecher gespült, bevor diese im gelben Sack landen. Dabei ist das gar nicht zwingend notwendig, denn bei Quarkbechern oder Joghurtbechern ist es völlig ausreichend, wenn diese löffelrein sauber sind. Also einfach den Quark oder Joghurt leer essen und schon kann auf ein Ausspülen der Becher verzichtet werden. Dies spart Wasser und sorgt nebenbei für tolles Wetter am nächsten Tag. Schließlich heißt es ja schon zu kleinen Kindern immer: Iss schön auf, dann gibt es morgen gutes Wetter. Kurzum: Es ist schlichtweg nicht notwendig, einen doppelten Abwasch beim Müll zu machen, denn bevor Plastikverpackungen und andere Materialien aufbereitet werden, werden diese sowieso nochmal gewaschen.
Da demnächst die Heizperiode wieder so richtig starten wird, hier noch ein Hinweis zu einem der Bestsellerthemen der vergangenen Jahre – der Heizung. Dort empfiehlt es sich, zu prüfen, ob das Thermostat noch korrekt funktioniert. Üblicherweise beträgt dessen Lebensdauer etwa 15 Jahre. In der Praxis sind viele installierte Modelle allerdings deutlich älter, weshalb zu prüfen ist, ob diese noch einwandfrei funktionieren. Wird ein Heizregler komplett zugedreht und die Heizung wird trotzdem nicht ganz kalt, dann ist der Thermostat sehr wahrscheinlich defekt. Gleiches gilt beim Gegenteil, nämlich wenn eine Heizung volle Pulle auf 5 gedreht wird, aber die Heizung nur mittelmäßig warm wird und zudem ein Entlüften der Heizkörper auch nichts daran ändert. Zudem kann es sein, dass sich der Regler nicht mehr richtig drehen lässt. All dies sind sichere Anzeichen für einen Defekt, weshalb in allen drei Fällen ein Austausch des Thermostats sehr zu empfehlen ist.
Getreu dem Motto: „Effizienter geht fast immer“ lässt sich selbst bei LED noch viel Strom einsparen. Vielleicht ist manchen von Ihnen beim Gang durch den Baumarkt schon einmal aufgefallen, dass LED-Leuchtmittel teils nur Energieeffizienzklasse D oder E sind, und das, obwohl diese deutlich weniger Strom benötigen als klassische Glühbirnen. Der Grund hierfür ist, dass es zwischenzeitlich ganz einfach noch effizientere LEDs gibt und deshalb die Einstufung in die Effizienzklassen angepasst werden musste. Die neueste Generation LED mit Energieeffizienzklassen A bis C benötigt aufgrund einer größeren Lichtausbeute zwischen 50 und 70 Prozent weniger Strom als herkömmliche LED-Leuchtmittel. Mit einer Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden sind ultraeffiziente LED-Leuchtmittel zudem besonders langlebig. Allerdings sind diese gegenüber Standard-LEDs auch doppelt so teuer. Sich im Vorfeld des Kaufs zu überlegen, wie häufig und lange eine Lampe brennt, hilft bei der Wahl des passenden Leuchtmittels. Bei Lampen, welche täglich mehrere Stunden eingeschaltet sind, können sich Klasse-A-LEDs aufgrund des geringeren Stromverbrauchs und der in der Regel längeren Haltbarkeit relativ schnell amortisieren. Überall dort, wo hingegen nur wenige Minuten am Tag Licht benötigt wird, sind herkömmliche LEDs mitunter die wirtschaftlichere Wahl. Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Dies gilt also nicht nur am Traualtar, sondern auch beim Leuchtmittelkauf.
Abschließend ein Tipp für alle, die regelmäßig mit einem Verbrennerfahrzeug ohne Start-Stopp-Automatik unterwegs sind. Wer bei längerem Warten den Motor abschaltet, schont damit die Umwelt und das Portemonnaie. Denn wenn der Motor aus ist, sparen wir auch Sprit. Egal ob im Stau, an der Bahnschranke oder an einer roten Ampel mit längerer Wartezeit: Wer länger als zehn bis 20 Sekunden (je nach Quelle) Stillstand hat, bei dem lohnt es sich immer, den Motor auszuschalten, um Benzin zu sparen. Einzige Ausnahme ist zu Fahrtbeginn, denn dort hat der Motor die Betriebstemperatur noch nicht erreicht, weshalb dies dem Fahrzeug schaden kann, wenn dies häufiger gemacht wird. Wer diesen Tipp beherzigt, spart mit jeder eingesparten Stunde Leerlauf mindestens einen Liter Kraftstoff. Klingt zwar erst mal nach nicht viel, aber wer regelmäßig unterwegs ist, bei dem summiert sich dies über das Jahr gesehen schon auf. Bei Elektrofahrzeugen gilt dieser Tipp natürlich nicht, denn ein Elektromotor braucht systembedingt im Stand praktisch ohnehin keine Energie.
Zum Schluss wollt‘ ich noch Danke sagen. Ich möchte mich an dieser Stelle und auf die Schnelle ganz herzlich bei allen treuen Leserinnen und Lesern des Spartipps bedanken. Danke, dass Sie dem Klimaspartipp über die letzten fast fünf Jahre die Treue gehalten haben. Ich hoffe, Sie konnten einige Tipps mitnehmen und hatten auch das ein oder andere Mal Spaß beim Lesen der Tipps. Es würde mich sehr freuen, wenn die Tipps nicht völlig in Vergessenheit geraten würden und mancher Hinweis dauerhaft Einzug in Ihren Alltag gefunden hätte. In diesem Sinne: Bleiben Sie (energie-) sparsam!
Ihr Florian S. Roth
Gemeinden Baienfurt, Baindt und Berg
Koordinator für eine klimaneutrale Kommunalverwaltung -
gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW
Mobil: 0157 80661690
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