Neues aus dem Rathaus
Erfolgreicher Abschluss des Projekt "Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün"
Drei Länder, 13 Gemeinden, ein Gewinn: Im „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ haben Städte und Gemeinden um die gelungene Klimaanpassung von Siedlungen mithilfe von mehr und besserem Grün gewetteifert. Gewinner sind alle Bürgerinnen und Bürger.
Grün macht glücklich, friedlich, hilft beim Denken, fördert das soziale Miteinander, kühlt. Dr. Elisabeth Oberzaucher, die als Verhaltensbiologin an der Universität Wien forscht und lehrt, bestätigte bei der „Siegerehrung“ des „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ aus Sicht der Wissenschaft, wovon 13 Gemeinden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz schon überzeugt sind. Sie haben den vergangenen drei Jahren im spielerischen Wettbewerb miteinander um die besten Ideen für kommunale Klimaanpassung mit Hilfe von mehr und besserem Grün gerungen.
Mit großem Engagement haben hier aus dem Gemeindeverband Mittleres Schussental die Gemeinden Baienfurt, Baindt und Berg sowie die Stadt Weingarten mitgespielt. Dafür wurden die Kommunen aus dem Schussental zusammen mit allen weiteren teilnehmenden Kommunen am 24. September 2026 im Löwensaal in Hohenems mit der „Grünen Holda“ geehrt.
„Wir haben zusammen extrem viel gewonnen – und allen vorweg alle Bürgerinnen und Bürger“, betonte Katrin Löning von der pulswerk GmbH. Ein fünfköpfiges Team rund um die pulswerk GmbH und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hatte das Spiel mit viel Fachwissen und Engagement entwickelt, geleitet und die Gemeinden kontinuierlich begleitet.
Ziel war, dass die mitspielenden Gemeinden Klimaanpassung, Klimaschutz und Biodiversität zusammen denken und hierzu konkrete Maßnahmen vor Ort umsetzen. Im Mittelpunkt stand der fachliche und grenzüberschreitende Austausch, das voneinander Lernen über die kommunalen und Ländergrenzen hinweg, aber auch die Förderung des Austauschs zwischen Behörden in den jeweiligen Gemeinden und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.
„Das Thema naturbasierte Lösungen für den Klimawandel ist in vielen Städten und Gemeinden angekommen. Ob Schwammstadt, Grünwände oder klimafitte Stadtwälder – es wird viel experimentiert und es werden neue Wege gegangen“, hob Dr. Stephan Brenneisen (ZHAW) hervor. Eine knapp 60-seitige Broschüre, die zum Spielabschluss die Vielzahl und Vielfalt umgesetzten Lösungen vorstellt, bescheinigt dies.
Bewertet wurden die Aktivitäten der Gemeinden anhand eines eigens entwickelten 3³-Kriterienkatalogs. Die wissenschaftlich fundierten Kriterien verbanden die drei Handlungsfelder Soziales, Klimawandelanpassung und Biodiversität mit jeweils drei Themen. Im Bereich Klimaanpassung waren dies beispielsweise Boden, Wasser und Luft. Wie die Gemeinden diese Themen bearbeiteten, blieb ihnen selbst überlassen. Entsprechend groß ist die Bandbreite.
Ziel des Spiels war es auch, das Engagement der Gemeinden in der Bürgerschaft und darüber hinaus sichtbar zu machen. Ein virtuelles Spielbrett, die Spielwiese auf der Projektwebseite, erzählt von Projekten, mit denen die Mitspieler Punkte sammeln konnten, um die erste „Grüne Holda“ zu ergattern (https://zukunftsgruenspiel.info/spielwiese).
Diese 13 Gemeinden haben in der ersten Spielrunde von 2024 bis 2026 mitgespielt:
Arbon, Romanshorn (Schweiz)
Baienfurt, Baindt, Berg, Friedrichshafen, Lindau, Memmingen, Weingarten (Deutschland)
Hohenems, Koblach, Lauterach, Rankweil (Österreich)
Ausführliche Informationen zum Spiel und eine Vorstellung eines Teils der umgesetzten Maßnahmen der teilnehmenden Kommunen, gibt es in folgender Broschüre:
Sie wollen wissen, mit welchen Aktionen und Maßnahmen die Gemeinde Berg im Spiel punkten konnte? Dann gibt’s hier eine Übersicht über die Maßnahmen:
Handlungsfeld Gesundheit
Kriterium Grünversorgung: Öffentliche Bildungseinrichtungen mit Naturerlebnisräumen in Gehweite
Kurzbeschreibung: Alle sechs Bildungseinrichtungen in Berg, haben mindestens einen Naturerlebnisraum in der näheren Umgebung (Gehweite) der jeweiligen Einrichtung.
| Name der Einrichtung | Naturerlebnisräume in Gehweite |
| Grundschule Berg | Streuobstwiese |
| Kinderhaus Schule | Streuobstwiese |
| Kinderhaus Staudenwiese Ettishofen | Wald; Streuobstwiese; Staudenbeete (Umfeld Einrichtung) |
| Kinderhaus Vorberg | Wald; Streuobstwiese |
| katholischer Kindergarten St. Konrad | Wald; Streuobstwiese |
| Johanniter-Waldkindergarten Berg | Wald |
Handlungsfeld Partizipation
Kriterium Konsultation: Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Brunnenplatzes
Kurzbeschreibung: Am 1. Oktober 2025 gab es auf dem Brunnenplatz in Berg eine Bürgerbeteiligung zur angedachten Neugestaltung des Brunnenplatzes. Interessierte BürgerInnen konnten hierbei Ihre Wünsche, Anregungen und kreativen Vorstellungen zur zukünftigen Gestaltung des Brunnenplatzes einbringen. Angesichts des Klimawandels ist Begrünung eines der zentralen im Rahmen der Planung mit zu berücksichtigenden Themen, um so künftig selbst an heißen Sommertag eine hohe Aufenthaltsqualität auf dem Platz sicherstellen zu können.
Kriterium Kooperation: Insektenareal in der Ravensburger Straße
Kurzbeschreibung: Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, haben Auszubildende und dual Studierende der Firma RAFI GmbH & Co.KG aus Berg zusammen mit der Gemeinde am 15. Oktober 2024 eine Blühwiese angelegt. Bei der gemeinsamen Aktion wurde damals eine ungefähr 500 qm große Fläche vorbereitet und dort großflächig eine gebietsheimische Blühmischung eingesät. Zwischenzeitlich hat sich diese Fläche in ein Meer aus Blüten verwandelt, in dem bereits zahlreiche Insekten ein zu Hause gefunden haben.
Ausführlichere Informationen zum Projekt, erhalten Sie in einer eigenen Rubrik der Gemeindehomepage unter:
https://www.berg-schussental.de/de/unsere-gemeinde/klimaschutz/1naturnahe-bluehflaeche
Handlungsfeld Begegnung
Kriterium Zusammenarbeit / Interdisziplinarität: Workshop Klimaanpassung am 14. November 2024
Kurzbeschreibung: Am 14.11.2024 fand in Baienfurt erstmalig ein Austausch von Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Ämtern der Kommunen des Gemeindeverband Mittleres Schussental (kurz GMS) statt, an dem auch die Gemeinde Berg teilgenommen hat. Hauptthema des Workshops war, wie wichtige Maßnahmen aus dem gemeinsamem Klimaanpassungskonzept des GMS in die Praxis umgesetzt werden können und bei welchen Projekten hieraus, die Kommunen zukünftig zusammenarbeiten können.
Kriterium Dialog: Exkursion Herausforderungen von Hochwasser- und Starkregenereignissen im Schussental am 16. September 2025
Kurzbeschreibung: Im September 2025 gab es in Meckenbeuren eine Exkursion zu den Herausforderungen von Hochwasser- und Starkregenereignissen im Schussental. Dabei wurde über die Risiken von Hochwasser- und Starkregenereignissen, mögliche Schäden sowie Vorsorgemöglichkeiten in den Kommunen gesprochen und diskutiert. Besonders interessant waren dabei Einblicke aus Sicht von Verwaltung und Feuerwehr zu den Schadensereignissen der letzten Jahre, insbesondere dem Hochwasser 2024 und zu den geplanten und teils bereits umgesetzten Anpassungsmaßnahmen.
Da der Dialog- und Austauschgedanke bei der Veranstaltung klar im Vordergrund stand, waren neben Vertreterinnen und Vertretern aus den Verwaltungen des GMS (Baienfurt, Baindt, Berg, Ravensburg, Weingarten) auch Mitglieder aus den Gremien des Gemeindeverbands Mittleres Schussental dabei. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Klimaschutzmanagement des GMS.
Kriterium Vernetzung: Austausch zum Thema naturnahe Flächen mit der Stadt Weingarten
Kurzbeschreibung: Am 15. Juli 2025 trafen sich Mitarbeiter des Bauamts in Berg mit Klimaanpassungsmanagerinnen der Stadt Weingarten und des GMS zu einem Austausch über das Thema naturnahe Flächen, Baumpflanzungen und mögliche gemeinsame zukünftige Projekte.
Handlungsfeld Luft
Kriterium Gebäudegrün: Verhältnis Dachbegrünung in Quadratmetern zu EinwohnerInnen
Kurzbeschreibung: Die Gemeinde Berg weist derzeit einen Gründachindex von ca. 0,67 qm pro Person (Stand: Luftbild 2026) auf. Dieser ist laut unserem Kenntnisstand gegenüber 2024 weitgehend unverändert geblieben.
Ermittelt wird der Gründachindex über die Summe aller Gründachflächen (größer 100 Quadratmeter) im Gemeindegebiet in Quadratmetern, geteilt durch die Einwohnerzahl der Gemeinde (4.408 am 31.12.2024 laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg).
Es wurden in der Betrachtung alle Gründächer mit und ohne Photovoltaikanlagen miteinbezogen. Kommunale Gebäude mit vollständig oder zumindest teilweise begrünten Dachflächen sind der Anbau des Rathauses, ein Teil der Flachdächer des Schulareals und die Aussegnungshalle auf dem Friedhofsgelände. Weitere begrünte Dächer finden sich vor allem auf Häusern mit Flachdächern sowie Garagen im gesamten Gemeindegebiet verteilt, wobei deren Anteil aufgrund der insgesamt geringen Anzahl an Flachdächern in Berg, eher gering ist. Zudem sind begrünte Dächer von Garagen und Carports oftmals kleiner als 100 Quadratmeter und wurden zumeist nicht miterfasst.
Kriterium Siedlungsbäume: Pflanzung von Bäumen auf öffentlichen Grünflächen in Berg
Kurzbeschreibung: Die Pflanzung von Bäumen stellt einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz dar. Außerdem verbessern Bäume das Mikroklima, indem sie Verdunstungskühle erzeugen und spenden zudem wichtigen Schatten, der gerade an heißen Sommertagen für wohltuende Abkühlung sorgt.
Die Gemeinde Berg erhält von der KfW über das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ einen Zuschuss für die Neupflanzung von Bäumen auf öffentlichen Grünflächen. Dadurch konnten 2024 und 2025 insgesamt 42 neue Bäume auf öffentlichen Grünflächen der Gemeinde gepflanzt werden, beispielsweise entlang des Gehwegs in der Maierhofer Halde.Hier könnten in den nächsten Jahren weitere Baumpflanzungen folgen, allen voran im Zuge der angedachten Umgestaltung des Brunnenplatzes.
Kriterium Frischluftquellen: Hitzeinseln im Siedlungsgebiet
Kurzbeschreibung: Die Auswirkungen des Klimawandels werden in den kommenden Jahrzehnten verstärkt auch in Oberschwaben und damit auch im Gebiet des Gemeindeverbands Mittleres Schussental spürbar sein. Von zunehmender Hitzebelastung besonders stark betroffen sind dabei dicht bebaute, versiegelte, innerstädtische Bereiche, in denen bereits in der Vergangenheit ein deutlicher, sogenannter „städtischer Wärmeinseleffekt“ messbar war. Ebenso ist in Zukunft von einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Trocken- und Hitzeperioden sowie von Starkregenereignissen auszugehen. Um diesen nachteiligen Entwicklungen auf kommunaler Ebene zu begegnen, wurde 2021 ein gemeinsames Klimaanpassungskonzept für die Verbandskommunen Ravensburg, Weingarten, Baienfurt, Baindt und Berg in Auftrag gegeben. Im August 2023 wurde dieses wegweisende Konzept fertiggestellt und am 26. Oktober 2023 durch die Verbandsversammlung beschlossen.
Stadtklimatische Hotspots, bei den bereits heute oder aber zukünftig extreme Hitze zu erwarten ist. In Berg ist zwar derzeit noch kein Ort akut betroffen, allerdings werden zukünftig am Brunnenplatz in Vorberg sowie bei den Plätzen in den Ortsteilen Ettishofen und Weiler Hotspots erwartet. Die Neugestaltung des Brunnenplatzes könnte dafür sorgen, dass dieser Ort künftig kein Hitzehotspot wird. Im Klimaanpassungskonzept sind zahlreiche Maßnahmenvorschläge enthalten, wie solchen Hitzeinseln entgegengewirkt werden kann.
Handlungsfeld Biodiversität
Kriterium Öffentliches Grün: Naturnah gestaltete bzw. gepflegte öffentliche Flächen in Berg
Kurzbeschreibung: In der Gemeinde Berg gibt es schätzungsweise (ohne Wälder) 15.000 qm öffentliche Grünflächen. Davon sind geschätzt ca. 20 Prozent naturnah gestaltete bzw. gepflegte öffentliche Flächen, so beispielsweise das Insektenareal in der Ravensburger Straße.
Kriterium Privates Grün – Rasenmäherchallenge: Mähfreier Mai in Berg
Kurzbeschreibung: Im Mai 2025 nahm die Gemeinde erstmals an der grenzüberschreitenden Rasenmäherchallenge teil, bei der es darum ging, einen Monat lange einen Teil der Rasenflächen oder gar den gesamten Rasen, nicht zu mähen. Durch den zeitweisen Mähverzicht, erhalten Insekten, Vögel, Igel und andere Kleinlebewesen die Möglichkeit, nach dem Winter wieder ausreichend Nahrung zu finden.
Das «Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün» wurde geleitet von der Forschungsgruppe Stadtökologie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften sowie der pulswerk GmbH, dem Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologie-Instituts. Das «Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün» ist Teil des Interreg-Projektes „Zukunftsgrün“ und wird gefördert durch Interreg VI Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, Kantonale Förderung der Schweiz und Land Vorarlberg.





























