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Neues aus dem Rathaus

Klima-Spartipp des Monats Januar: Probieren, geht manchmal doch über studieren

Zumindest gilt dies bei Heizungen, bei denen die Vorlauftemperatur des Heizwassers oftmals zu hoch eingestellt ist. So wird in der Praxis deutlich mehr Energie benötigt, als eigentlich nötig wäre.


Wie hoch sollte die Vorlauftemperatur der Heizung sein?

Eine richtig eingestellte Vorlauftemperatur ist weder zu hoch noch zu niedrig. Pauschale Aussagen auf wie viel Grad die Vorlauftemperatur einzustellen ist, sind allerdings nicht möglich, da es hier maßgebliche Einflussfaktoren wie Heizungsart, Dämmung des Gebäudes und vor allem die Außentemperatur zu berücksichtigen gilt.

Allgemein sollte mit der Vorlauftemperatur des Heizungswassers solange herumexperimentiert werden, bis eine möglichst geringe Vorlauftemperatur erreicht wird, die aber trotzdem ausreicht, um alle Zimmer ausreichend warm zu bekommen. Hier ist daher das Versuch- und Irrtumsverfahren anzuwenden.

Dieses Quasi Katz- und Maus-Spiel auf der Suche nach der optimalen Vorlauftemperatur geht solange, bis der ideale Wert erreicht ist und es damit schlichtweg keinen Irrtum mehr gibt.
Statt also lange zu studieren (und komplizierte Berechnungen anzustellen, wie hoch der Vorlauf sein müsste), ist der Vorlauf zu justieren.


Als grobe Orientierungswerte für den Start des Versuch- und Irrtum-Verfahrens dienen folgende Werte für Vor- bzw. Rücklauftemperaturen:

  • Altbau mit Heizkörpern: 90°C / 70°C, teils auch mit 75°C / 65°C möglich
  • Brennwertsystem: 60°C / 45°C
  • Fußbodenheizung: 40°C / 30 °C

Achtung: Wenn die Vorlauftemperaturen zu hoch angesetzt sind, führt dies zu übermäßig hohem Energieverbrauch unter anderem aufgrund ansteigender Wärmeverluste über die Verteilleitungen.

Im Falle zu gering eingestellter Temperaturen  wird das Haus oder zumindest einzelne Räume nicht richtig warm. Zudem kann der Energieverbrauch ebenfalls höher liegen als eigentlich nötig. Denn zu niedrig eingestellte Vorlauftemperaturen führen meist zu einer höheren Spreizung, also einer größeren Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf des Heizungswassers, einem höheren Heizwassermassenstrom und einem überhöhten Energiebedarf der Heizungspumpe.

Dass ein Heizkörper nicht richtig warm wird, liegt jedoch nicht zwangsläufig an einer zu geringen Einstellung der Vorlauftemperatur des Heizwassers. Auch bei Luft im Heizungssystem kann ein ähnlicher Effekt auftreten, mit dem Unterschied, dass in einem solchen Fall die Heizkörper ungleichmäßig warm werden und oftmals Gluckergeräusche hörbar sind.

Anleitungen, wie Sie die Vorlauftemperatur des Heizwassers richtig einstellen können, sind kostenlos im Internet verfügbar. Einfach unter dem Stichwort „Vorlauftemperatur einstellen“ in den gängigen Suchmaschinen suchen und schon erhalten Sie kürzere und auch ausführlichere Anleitungen, wie die Vorlauftemperatur verändert werden kann.

Natürlich kann auch Fachpersonal mit der Optimierung des Vorlaufs beauftragt werden. Im Zuge dessen kann sich mitunter auch ein hydraulischer Abgleich der Heizung lohnen.

Abschließend noch ein wichtiger Hinweis: Dieser Tipp gilt ausschließlich für Heizwasser, bei dem das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert, den es niemals verlässt. Bei Warmwasser sollte hingegen nicht mit der Vorlauftemperatur herumexperimentiert werden, denn sonst können sich hier Legionellen bilden.
 
Florian S. Roth         
Gemeinden Baienfurt, Baindt und Berg    
Koordinator für eine klimaneutrale Kommunalverwaltung -     
gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW
Mobil: 0157 80661690        
klima@b-gemeinden.de