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Rathaus der Gemeinde Berg
Text: Gastfreundlich ueber dem Schussental
 
 
 

Aus dem Gemeinderat

·          Das Gremium hat sich mit der Initiative zur Erhaltung der Pionierbrücke befasst. Wie Bürgermeister Helmut Grieb und Ortsbaumeister Joachim Schneider ausgeführt haben, fasste das Forstamt zunächst den Sachverhalt zusammen:

-    Die Aichachtobel Pionierbrücke ist kein Kulturdenkmal
-    Die Brücke ist stark sanierungsbedürftig (Dacheindeckung aus Eternit die teilweise brüchig ist, Schäden im Gebälk am Dachstuhl und den Fundamenthölzern). Die genauen Kosten sind nicht bekannt, dürften aber nach der Einschätzung des Forstamts 50.000 Euro übersteigen.
-    Aus der Sicht von ForstBW kommt eine Sanierung der Brücke nicht in Betracht. ForstBW strebt den Abriss der Brücke an.
-    falls die Gemeinde Berg die Sanierungskosten der Brücke trägt muss zwischen ForstBW und der Gemeinde Berg ein Vertrag geschlossen werden, der die Kosten der Sanierung und die zukünftige Unterhaltung regelt.

Wie nach Bekanntgabe im Gemeinderat zu hören war, besteht ein erhöhtes Interesse zum Erhalt der Pionierbrücke. Bei einer Ortsbegehung mit der Kreisbeauftragten für Denkmalpflege Ursula Rückgauer und Forstamtsleiter M. Gogic, wurden Überlegungen zur Bestandserhaltung angestellt.

Im Staatswald Aichertobel, Markung Berg ist eine gedeckte Holzbrücke vorhanden, die laut Hinweistafel im Jahr 1929 vom 5. Pionierbataillon der Reichswehr aus Ulm errichtet wurden. Initiator zum Bau der Brücke war der damalige, zuständige Forstmeister Freudenberg vom Forstamt Weißenau, der gleichzeitig ein Reserveoffizier dieser Pioniereinheit war. Er veranlasste den Brückenbau im Rahmen einer Gefechtsübung. Da diese sicherlich auch unter Berücksichtigung von forstlichen Belangen gebaut wurde, wurde sie entsprechend nachhaltig mit einem Dach als konstruktiven Holzschutz errichtet.

Er initiierte übrigens auch im Rahmen einer Gefechtsübung den Bau eines Offiziersgefechtstandes im Wald bei Horgenzell-Tepfenhart. Diese Hütte hat sich ebenfalls erhalten, sein Grabstein soll nach Auflösung seines Grabes an dieser sogenannten „Freudenberghütte“ aufgestellt worden sein.

Die Pionierbrücke wurde über eine ca. 10 m tiefe Klinge gebaut und ist ca. 40 m lang und 3 m breit. Es handelt sich um eine gedeckte Brücke, wobei die Dacheindeckung mit Faserzementplatten erst nach dem 2. Weltkrieg dazu kam. Vor der Errichtung der Brücke war es nicht möglich, von der südlichen Tobelseite Holz abzufahren. Diese frühere Nutzung zur Holzbringung ist mit den heutigen schweren Maschinen nicht mehr möglich. Die Brücke ist ein einzigartiges Technik- und Militärzeugnis auf der Gemarkung der Gemeinde Berg mit einer beeindruckenden Konstruktion, die es zu erhalten gilt. Da der ursprüngliche Nutzungszweck der Brücke, die im Besitz des Landes Baden-Württemberg ist, nicht mehr erfüllt wird und somit und keine direkte Nutzung mehr stattfindet, prüft das Forstamt derzeit den Abbau der Brücke. Die Brücke weist derzeit verschiedene Schäden auf, die einer Reparatur bedürfen.

Nach einer ausführlichen Diskussion sprach sich der Gemeinderat im Grundsatz für den Erhalt der Pionierbrücke aus. Als nächstes soll nochmals die Denkmaleigenschaften geprüft werden. Dazu wird das Kreisdenkmalamt weitere Unterlagen zusammenstellen und recherchieren. Der Ortsbaumeister wird mit dem Prüfamt nochmals die Baustatik angehen. Im Gegenzug zu den vorab ermittelten Kosten in Höhe von 113.000 Euro (Gerüstbau 15.000 €, Holzkonstruktion 40.000 €, Dach 20.000 €, Auflagerpunkte 5.000 €, Planungskosten 15.000 € - jeweils Nettopreise) soll eine Alternative erarbeitet werden, um für den Erhalt der Brücke die notwendigen Reparaturmaßnahmen einzuleiten. Allerdings seien auch die Eigentumsverhältnisse für die Zukunft zu klären. Beim Finanzierungsplan müsse berücksichtigt werden, dass auch für einen etwaigen Abbruch und Entsorgung Kosten anfallen würden.

In unserem historischen Wanderführer ist zu lesen:

„Aichachtobel und Pionierbrücke: Die Sand- und Sandsteinadern (sog. Molasse) mit denen die Urmeere des Tertiär vor mehr als 14 Mio. Jahren unsere Landschaft ausgestattet haben, sind ein auffälliges Element des mittleren Schussentals. Das Wasser der Eis- und Warmzeiten hat tiefe Tobel in sie eingegraben, die die Waldbesitzer vor erhebliche Probleme bei der Nutzung stellen. Vor der Errichtung der Brücke war es nicht möglich, von der südlichen Tobelseite Holz abzuführen. Deshalb baute man mit Hilfe eines Zuges des Pionierbataillons Nr. 5 aus Ulm die Brücke, die durch diesen Bautrupp an die Reichswehr, das 100000-Mann-Heer der Weimarer Republik, erinnert. Das Holz für die Pionierbrücke lieferten die Sägewerke Köberle/Weiler und Staehlin/Baienfurt. Erst später erkannte man die Notwendigkeit, dem Weilerbach ein eingefasstes Bett unter der Brücke zu bauen, was Anfang der 30er Jahre durch eine Stuttgarter Firma erledigt wurde. nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Brücke ihr Dach.“

·          Traditionell findet in Berg die Blutspenderehrung im Rahmen der Gemeinderatssitzung statt. In diesem Jahr fand die Feierstunde für insgesamt 370 Mal Blutspenden statt, was Bürgermeister Helmut Grieb bei seiner Begrüßung mit Freude feststellen konnte. Gemeinsam mit den stellvertretenden Bürgermeistern Klaus Wurm, Christoph Zeller und Philipp Straub übergab er die Urkunden, die Ehrenzeichen und die Präsente der Gemeinde.

Der Bürgermeister sprach den Mehrfach-Blutspendern den besonderen Dank aus, sei dies doch auch ein beispielhaftes Engagement unter dem Grundgedanken „Menschen sind für Menschen da“. Die Anerkennung der Gemeinde Berg galt in besonderer Weise auch dem Deutschen Roten Kreuz für die Organisation und die vielschichtigen Aufgabenstrukturen der Einrichtung. Der Vertreter des DRK, Bereitschaftsführer Wolfgang Pfau, ging auf die Notwendigkeit der Blutspendeaktionen für das Gesundheitswesen und insbesondere für den Notdienst ein.

Auf unserem Bild sehen Sie für 10maliges Blutspenden Michael Amann, Barbara Faiß, Ann-Kathrin Fetscher und Eva Petznik, für 25 Mal Blutspenden  Claudia Heiß und Andreas Jahns. Für die höchste Zahl wurde Annette Hafner geehrt. Sie hat 50 Mal Blut gespendet. Allen ein herzliches Dankeschön.

·          Vorschlagsliste zur Wahl der Schöffen für die Geschäftsjahre 2014 – 2018. Der Gemeinderat konnte aus einer Liste von 9 Personen, die sich nach zwei Aufrufen im Mitteilungsblatt der Gemeinde gemeldet hatten, wählen. Dem Amtsgericht sind auf der Vorschlagliste für Berg 4 Personen zu benennen. In demokratischer Weise und in vier separaten Wahlgängen wurden durch den Gemeinderat gewählt:

Hotz-Krumm, Karen, Lehrerin GHWRS
Panoramastraße 168

Schütze, Maik, Elektromeister
Max-Reger-Straße 16

Traub, Walter, Schriftsetzermeister i.R.
Max-Reger-Straße 20

Wurm, Klaus, Dipl.-Betriebswirt (FH)
Maierhofer Halde 4

Allen weiteren Bewerberinnen und Bewerbern danken wir für ihre Bereitschaft, sich zur Wahl aufstellen zu lassen.

Die Vorschlagsliste liegt nun zu Jedermanns Einsicht aus in der Zeit vom 28.05.2013 bis einschließlich 03.06.2013 im Rathaus Berg, Zimmer 16. Gegen diese Vorschlagsliste kann binnen einer Woche, gerechnet vom Ende der Auslegungsfrist, schriftlich oder zu Protokoll mit der Begründung Einspruch erhoben werden, dass in die Vorschlagsliste Personen aufgenommen sind, die nach §32 GVG nicht aufgenommen werden durften oder nach den §§ 33 und 34 GVG nicht aufgenommen werden sollten.